Chorfreizeit organisieren: Checkliste für Vorstand und Chorleiter
Chorfreizeit organisieren: Checkliste für Vorstand und Chorleiter mit Anmeldung, Zimmerverteilung, Noten, Anreise und Verpflegung.
Chorfreizeit organisieren: Die Checkliste für Vorstand und Chorleiter
Eine Chorfreizeit zu organisieren ist kein Hexenwerk, aber viele kleine Dinge müssen zusammenpassen. Wenn du im Vorstand bist oder den Chor leitest, kennst du den Stapel halb ausgefüllter Anmeldezettel auf dem Klavier. Damit du im Juli nicht panisch nach Notenpaketen suchst oder feststellst, dass die Hälfte der Sopranistinnen vegetarisch isst, hier eine Checkliste.
Diese Schritte funktionieren für ein langes Wochenende in der Jugendherberge genauso wie für eine Woche in einer Bildungsstätte. Halte dich grob an die Reihenfolge, dann läuft dir die Zeit nicht davon.
Vor der Anmeldefrist: Was du jetzt klären solltest
Bevor du den Aufruf in den Chor stellst, müssen die Eckdaten stehen: Ort und Termin. Klassisch sind Jugendherbergen mit Probenraum, Bildungsstätten der Landeskirchen oder kleine Tagungshäuser. Wichtig ist ein Raum, in dem ihr ohne Echo singen könnt, und im Idealfall ein zweiter für Stimmproben.
Frag konkret nach: Wie groß ist der Probenraum? Gibt es ein Klavier oder mindestens ein Keyboard? Wie sieht es mit Notenständern aus, oder bringt ihr eigene mit?
Bei den Kosten rechne ehrlich: Übernachtung, Verpflegung, Anreise, Honorare und ein Puffer für Getränke und das Grillen am Abend. Die größten Posten neben der Unterkunft sind oft das Honorar für einen externen Stimmbildner und gegebenenfalls eine Aufwandsentschädigung für den Chorleiter. Klär mit deinem Stimmbildner oder einer befreundeten Chorgemeinschaft, was in deiner Region als Tagessatz üblich ist, und plane Anreise und Übernachtung extra ein. Wer auf den letzten Drücker bucht, zahlt erfahrungsgemäß mehr.
Teil die Gesamtkosten durch die zu erwartende Teilnehmerzahl. Lieber großzügig kalkulieren und am Ende etwas zurückgeben, als nachträglich Geld einsammeln zu müssen.
Die Anmeldefrist setzt du so, dass du noch reagieren kannst, falls zu wenige Zusagen reinkommen. Vier bis sechs Wochen vor der Freizeit ist eine gute Spanne. Kommuniziere klar, was passiert, wenn jemand kurzfristig absagt: Bekommt er die Anzahlung zurück, nur wenn ein Ersatz gefunden wird? Das spart später Diskussionen.
Die Anzahlung selbst ist viel wert. Wer dreißig oder fünfzig Euro überwiesen hat, sagt seltener spontan ab, und du kannst damit die erste Rate ans Haus bezahlen.
Schreib auf den Anmeldebogen ein Feld für Allergien, Unverträglichkeiten und vegetarische oder vegane Ernährung. Frag auch nach Wünschen zur Zimmerverteilung: Wer mit wem aufs Zimmer möchte, wer schnarcht und es selbst zugibt. Diese Information rettet dir später Nerven.
Zwei Wochen vorher: Die Detailarbeit beginnt
Jetzt wird es konkret. Du hast die Anmeldungen, das Geld ist eingegangen. Aber genau jetzt schleichen sich gerne Fehler ein, weil man glaubt, das Gröbste sei geschafft.
Die Zimmerverteilung machst du mit einer einzigen Liste, auf der alle Wünsche stehen. Erst die festen Paare und Freundschaften, dann die Einzelpersonen, dann die Restplätze. Bei großen Chören ist es Gold wert, wenn die Mitgliederdaten zentral und aktuell vorliegen. In Chordesk lassen sich Allergien, Stimmgruppe und Zimmerwünsche an der Mitgliedskartei hinterlegen, sodass du nicht zwischen drei Excel-Tabellen hin und her springen musst.
Egal mit welchem Werkzeug du arbeitest: Schick die Zimmerliste vorher dem zweiten Vorstand zur Kontrolle. Vier Augen finden mehr als zwei.
Parallel kümmerst du dich um die Notenpakete. Sprich früh mit dem Chorleiter, welche Stücke geprobt werden, nicht erst am Donnerstag vor der Abfahrt. Neue Noten müssen kopiert oder bestellt werden. Wenn der Chor regelmäßig kopiert, lohnt der Pauschalvertrag der VG Musikedition für gemeinnützige Chöre: für einen Jahresbeitrag dürft ihr im definierten Umfang Vervielfältigungen für den Probenbedarf anfertigen. Welche Werke und Auflagen darunter fallen, steht im Vertragsverzeichnis. Wer unsicher ist, fragt einmal beim Chorverband nach, statt einzelne Noten auf eigene Faust zu scannen.
Pack die Stücke in eine sinnvolle Reihenfolge in Mappen, stimmgruppenweise sortiert, mit Namen beschriftet, idealerweise nummeriert. Das spart am ersten Probennachmittag eine halbe Stunde Chaos.
Die Anreise mit Fahrgemeinschaften ist der Punkt, an dem die meisten Chöre improvisieren. Sammle frühzeitig: Wer hat ein Auto, wieviele Plätze sind frei, wer wohnt wo, wer braucht eine Mitfahrgelegenheit? Eine kleine Tabelle reicht, dann bildest du in zwanzig Minuten passende Gruppen.
Denk auch an die Spritkosten. Ein fairer Pauschalbetrag pro Mitfahrer, zum Beispiel zehn oder fünfzehn Euro je nach Strecke, hat sich bewährt und ist nicht erklärungsbedürftig.
Die Verpflegung klärst du direkt mit dem Haus. Schick spätestens zehn Tage vorher die Liste der vegetarisch und vegan essenden Teilnehmer sowie der Allergien und Unverträglichkeiten durch. Frag nach, ob das Frühstück flexibel ist, falls jemand früh zur Stimmbildung will, und ob es abends nach der Probe noch etwas Warmes geben kann.
Die letzten Tage und die Probenwoche selbst
In der Woche vor der Abfahrt schickst du eine letzte Mail an alle Teilnehmer. Hinein gehören Treffpunkt, Uhrzeit, Packliste, Hinweis auf bequeme Kleidung, Notenmappe, eventuell Badesachen, wenn es einen See in der Nähe gibt.
Vergiss die kleinen Dinge nicht: Verlängerungskabel für das Keyboard, ein Stimmgerät, ein Ersatzkabel für das Mikrofon, eine kleine Hausapotheke mit Pflastern, Schmerztabletten und Halsbonbons. Singen am dritten Tag mit kratzendem Hals ist kein Spaß.
Während der Freizeit hilft eine klare Tagesstruktur: Frühstück, Vormittagsprobe mit Stimmbildung, Mittagessen, Pause, Nachmittagsprobe in Stimmgruppen, Abendessen, gemeinsamer Abend. Plane bewusst Pausen ein, in denen nicht gesungen wird. Die Stimmen brauchen Ruhe.
Am Ende, beim Aufräumen und auf der Rückreise, mach dir kurz Notizen. Was hat gut funktioniert, was war Mist, was würdest du nächstes Jahr anders machen? Diese halbe Seite ist deine wichtigste Vorarbeit für die nächste Chorfreizeit.
Wenn du Anmeldungen, Anzahlungen, Allergien, Stimmgruppen und Notenlisten an einem Ort hättest, statt sie aus Mailpostfach, Excel und Zettelblock zusammenzusuchen, schau dir Chordesk an. Wir bauen die Software gerade für Chöre wie deinen. Trag dich auf der Warteliste auf chordesk.de ein und sag uns, was du für die nächste Chorfreizeit wirklich brauchst.